Golo Mann im SLA

Golo Mann war einer der wichtigsten Historiker deutscher Sprache des 20. Jahrhunderts, daneben politischer Publizist und Schriftsteller. Im Exil und in der Bundesrepublik der Nachkriegszeit wurde ihm grosse Anerkennung als Historiker zuteil, dessen Schriften scharfes wissenschaftliches Urteil und literarischen Rang auf seltene Weise verbinden.

Golo Mann
Passport photograph of Golo Mann (1938)

Golo Mann (eigentlich Angelus Gottfried Thomas Mann), wird am 27.3.1909 als drittes Kind von Thomas und Katja Mann in München geboren. Nach der Internatszeit im Schloss Salem am Bodensee (1923–1927) studiert er Geschichte, Philosophie und lateinische Philologie in Berlin und ab 1929 in Heidelberg, wo er 1932 bei Karl Jaspers über «Das Einzelne und das Ich in Hegels Philosophie» promoviert. 

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten emigriert Mann zunächst nach Frankreich, wo er während drei Jahren als Lektor für Deutsch an französischen Schulen unterrichtet. Von 1937 bis 1940 ist er Redaktor der Exilzeitschrift Mass und Wert in Zürich, bevor er 1940 über die Pyrenäen-Fluchtroute ins amerikanische Exil geht. Dort lehrt er zwischen 1942 und 1958 als Professor für Geschichte an Colleges in Michigan und Kalifornien.

1958 nimmt Mann Wohnsitz in Kilchberg bei Zürich, wo er auch das Bürgerrecht besitzt. Es folgt eine Gastprofessur an der Universität Münster sowie ein Ordinariat für Politische Wissenschaften an der Technischen Hochschule Stuttgart (1960–64). Mann gibt in dieser Zeit die neue Propyläen Weltgeschichte mit heraus.

Golo Manns Hauptwerke sind die Deutsche Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts (1958) und die weitum gefeierte literarische Biographie Wallenstein (1971), Frucht seiner lebenslangen Beschäftigung mit dem Feldherrn des Dreissigjährigen Krieges. 1968 wird Mann der renommierte Georg Büchner-Preis verliehen.

Als konservativer, doch entschieden antinationalistischer Intellektueller und Redner, fungiert Mann zunächst als Berater Willy Brandts, bevor er 1980 als Wahlkampfunterstützung für Franz Josef Strauß betreibt.

Golo Mann stirbt am 7.4.1994 in Leverkusen.

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Letzte Änderung 26.10.2020

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