Eveline Hasler im SLA

Eveline Hasler (*1933 in Glarus), lebt mit ihrem Mann in Ronco. Ihr Werk ist geprägt von der Verbindung präziser historischer Recherchen mit psychologischer Ausformung ihrer Figuren. In ihren historischen Romanen ist die Aufarbeitung von Kapiteln der Schweizer wie der europäischen Geschichte durchgängiges Thema.

Eveline Hasler lachend, Kopf auf rechte Hand abgestützt.
Porträt Eveline Hasler
© Peter Friedli, 1980er-Jahre

Nach grossen Erfolgen mit Kinderbüchern wandte sich Hasler der Literatur für Erwachsene zu. Anna Göldin – Letzte Hexe (1982) berichtet über den letzten Hexenprozess in Europa, Ibicaba oder das Paradies in den Köpfen (1985) greift das Kapitel der Schweizer Auswanderer auf, und in Der Riese im Baum (1988) zeichnet sie ein Porträt des Riesen aus dem Glarnerland. Das tragische Schicksal der ersten Juristin der Schweiz führt sie in Die Wachsflügelfrau (1995) aus, und Der Zeitreisende (1994) holt den verkannten Henry Dunant aus der Vergessenheit hervor. In weiteren Romanen beschäftigt sie sich mit der Schriftstellerin Regina Ullmann und dem Psychiater Otto Gross (2007), der Rettungsaktion gefährdeter Künstler und Intellektueller zur Zeit des Nazi-Regimes (2013), den Manns und Schwarzenbachs im Kontext des Zürcher Schauspielhauses (2015) sowie der Kommunistin Mentona Moser (2019).

Eingehendes Quellenstudium in Archiven steht am Anfang von Eveline Haslers Schreibarbeit. Die Nähe zur Gegenwart beziehen ihre Romane aber aus der psychologischen Ausdeutung der Charaktere und der immer wieder implizit geäusserten Einsicht, dass sich Geschichte in der eigenen Gegenwart spiegelt. Die Autorin hat ihre Stimme stets Aussenseitern geliehen, Figuren, die ihrer Zeit mit ihren Visionen und ihrer Lebensführung weit voraus waren und aus diesem Grund geächtet wurden.

Hasler hat zahlreiche Preise  und Ehrungen erhalten, u.a. den Droste-Preis der Stadt Meersburg, den Kulturpreis der Stadt St. Gallen und die  Ehrendoktorwürde der Universität Bern.

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Letzte Änderung 16.12.2020

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