Hermann Burger im SLA

Hermann Burger wurde am 10. Juli  1942 in Menziken geboren und starb am 28. Februar 1989 in Brunegg. Nach einem abgebrochenen Architekturstudium studierte er bei Emil Staiger und Karl Schmid Germanistik. Es folgte 1973 eine Dissertation über «Das Sprachproblem» bei Paul Celan und 1975 die Habilitation mit «Studien zur zeitgenössischen Schweizer Literatur». Burger unterrichtete danach als Privatdozent an der ETHZ und war als Redaktor für Literatur-Beiträge bei verschiedenen Zeitungen tätig.

Porträt Hermann Burger
Hermann Burger
© Yvonne Böhler

Hermann Burger zählt zu den bedeutendsten und sprachmächtigsten Schweizer Autoren der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Mit seinem Erstling «Schilten» (1976) schuf er einen akribisch konzipierten Kultroman rund um die manisch-tragische Lehrerfigur Armin Schildknecht, dessen obsessiv-monologische Sprachvirtuosität, Gelehrsamkeit, Tragikomik und Poetologie der «schleifenden Schnitte» auch Burgers weiteres Werk charakterisieren sollten.

Etwa den Erzählband «Diabelli» (1979), der dem Autor dank der massgeblichen Förderung durch Marcel Reich-Ranicki den Bachmannpreis und den endgültigen Durchbruch in Deutschland im renommierten Verlag S. Fischer einbrachte. Gefolgt vom Roman «Die Künstliche Mutter» (1982), der Burger auf der Höhe seines Schaffens zeigt und seine Sprachvirtuosität, seit dem Erstling «Schilten» das unverkennbare Markenzeichen des Autors, auf die Spitze treibt. In einer Mischung aus Gelehrtentragödie und Schelmenroman wird das Schicksal des Privatdozenten Wolfram Schöllkopf für Glazeologie und Germanistik geschildert, der seine «Unterleibsmigräne» im Heilstollen des Gotthardgebirges therapieren will, das Burger zum modernen Venusberg umstilisiert, mit der von ihm verehrten Fernsehjournalistin Dagmar Bergoff als deutsche Helena im Zentrum.

Zum leitmotivischen «Cimiterischen» von «Schilten» gesellt sich mit «Diabelli» und der «Künstlichen Mutter» das «Circensische» und findet schliesslich seinen Dreiklang in seiner fragmentarisch gebliebenen Stumpenromantetralogie «Brenner» (1989) mit dem «Cigarristischen» als drittes hohes C seines Schaffens, das in Form des Lyrikbands «Rauchsignale» (1967) zugleich dessen Auftakt bildete.

Fachkontakt
Letzte Änderung 06.09.2022

Zum Seitenanfang

Kontakt

Schweizerische Nationalbibliothek
Schweiz. Literaturarchiv
Moritz Wagner
Hallwylstrasse 15
3003 Bern
Schweiz
Telefon +41 58 467 18 79
E-Mail

Schweizerische Nationalbibliothek
Schweiz. Literaturarchiv
Magnus Wieland
Hallwylstrasse 15
3003 Bern
Schweiz
Telefon +41 58 464 11 91
E-Mail

Kontaktinformationen drucken

https://www.nb.admin.ch/content/snl/de/home/ueber-uns/sla/nachlaesse-archive/fokus/burger.html