Ein Schweizer Auswanderer als Weinbaupionier in den Vereinigten Staaten

Frage eines Genussmenschen          

Ich habe gehört, dass die Vereinigten Staaten die Einführung des Weinbaus Schweizern zu verdanken haben. Stimmt das?  

Durchgang in einem Weinkeller, links und rechts davon aufeinandergestapelte Weinfässer mit rotem Einband, Spiel der Schatten der Fässer auf dem Boden. Weitwinkelaufnahme mit Fluchtpunkt in der Bildmitte.
Keller mit aufgestapelten Weinfässern
© Wikimedia Commons, CC BY-NC 2.0 (Photo : Thomas Hawk)

Die Rebe gab es bereits in präkolumbischer Zeit, Weinbau und Weinproduktion wurden aber erst mit der Einwanderung aus Europa eingeführt und dienten zuerst der Herstellung von Messwein. Die lokalen Reben wurden rasch aufgegeben und durch aus Europa mitgebrachte ersetzt. Ihre Akklimatisierung wurde erschwert durch die Reblaus (Phylloxera) und klimatische Bedingungen, die Pilzerkrankungen begünstigten (kalte Winter und heisse, feuchte Sommer). Die Entwicklung des amerikanischen Weinbaus war daher langsam und von Enttäuschungen geprägt.

Eine der ersten rentablen Nutzungen des Weinbaus in den Vereinigten Staaten war diejenige des Waadtländer Auswanderers Jean-Jacques Dufour (1767–1827). Er hatte ein Unternehmen im Bundesstaat Kentucky gegründet und pflanzte später Reben an den Ufern des Flusses Ohio in Indiana. Dort wurde 1803 die Schweizer Kolonie «Vevay» (ein andere Schreibweise für Vevey) gegründet. Dufour ist auch als Autor des «American Vine-Dresser’s guide» (oder «Guide du vigneron américain») von 1826 bekannt. Die NB besitzt davon ein Exemplar. Die Stadt Vevay existiert heute noch, aber der Weinbau wurde inzwischen aufgegeben.

 

Letzte Änderung 12.09.2019

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