Literarische Soirée: Schreibtechniken – Ein Generationengespräch

Im Rahmen der Veranstaltung am 22. September 2022 diskutieren die Schriftsteller Klaus Merz und Martina Clavadetscher in der NB begleitend zur Ausstellung «Aufgeschrieben» über ihre Schreibtechniken und -instrumente und lesen aus eigenen Texten.

Nahaufnahme der Typenbügel und des Farbbandes einer alten mechanischen Schreibmaschine
Nahaufnahme der alten Erika-Schreibmaschine von Klaus Merz im Schweizerischen Literaturarchiv (Foto: NB, Simon Schmid)

Goethe klagte einst über das «Schnarren und Spritzen der Feder», Robert Walser beschrieb den «Schreibfederüberdruss», Mariella Mehr erklärte einer Schreibmaschine, sie sei ihr «zur Freundin geworden». Schreiben ist eine uralte Kulturtechnik in ständigem Wandel, bei deren Hilfsmitteln und Gesetzmässigkeiten sich Autorinnen und Autoren immer wieder aufhalten. 1882 schrieb Friedrich Nietzsche auf einer der damals neu entwickelten Schreibmaschinen: «Unser Schreibzeug arbeitet mit an unseren Gedanken.»

Wie schreibt man heute?
Welche Rolle spielen heute die technischen Hilfsmittel? Bleiben Autorinnen und Autoren einmal gewählten Schreibprozeduren treu oder nehmen sie die Herausforderung neuer technischer Hilfsmittel an? Hat sich das Schreiben mit Laptop und Korrekturprogramm beschleunigt und vereinfacht, kommt die Diktierfunktion zum Einsatz beim literarischen Schreiben, und wohin haben sich die Widerstände eines stumpfen Bleistifts, einer kratzenden Feder verflüchtigt? Welches Schreibumfeld regt die literarische Phantasie an? Gibt es im digitalen Zeitalter noch die Angst und Lust angesichts des leeren Blattes?

Ein Generationengespräch
Der Lyriker und Prosaist Klaus Merz (*1943) und die Dramatikerin und Romanautorin Martina Clavadetscher (*1979) lesen Texte und diskutieren im Gespräch mit Ulrich Weber über die sich wandelnden handwerklichen Bedingungen des literarischen Schreibens.

Die Veranstaltung findet begleitend zur Ausstellung «Aufgeschrieben. Stift, Taste, Spracherkennung» der NB statt.  

Aufgeschrieben

Aufgeschrieben. Stift, Taste, Spracherkennung

Wie schreiben wir in Zukunft? Und was macht das mit unseren Texten? Vom 16. September 2022 bis zum 13. Januar 2023 geht die Ausstellung «Aufgeschrieben» den neuen Techniken des Aufschreibens nach, die unseren Alltag erobert haben.

Besuch

22. September 2022, 18–19.30 Uhr
Saal Friedrich Dürrenmatt

Eintritt frei.
Die Platzzahl ist beschränkt, es
empfiehlt sich, frühzeitig einzutreffen.

Organisation:
Ulrich Weber, Schweizerisches Literaturarchiv

Kontakt

Schweizerische Nationalbibliothek
Schweiz. Literaturarchiv
Hallwylstrasse 15
3003 Bern
Schweiz
Telefon +41 58 462 92 58
Fax +41 58 462 84 08
E-Mail

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