Workshop «Netzwerke: Korrespondenzen»

Zwölf handschriftliche und maschinenschriftliche Karteikarten von Hermann Hesse mit Adressen von Korrespondenzpartnern und Notizen.
Adresskarteikasten von Hermann Hesse, SLA Bern.

Der Begriff «Korrespondenznetzwerk» unterstreicht die Tatsache, dass Schriftstellerkorrespondenzen oft Bestandteil multipler Interaktionen sind. Es ist einer der Orte, an denen sich die Verbindungen durch ästhetische oder ideologische Affinitäten vollziehen und konstituieren; Korrespondenznetzwerke begleiten manchmal die Entstehung literarischer Gruppen und gewährleisten deren Zusammenhalt; in ihnen zirkulieren die Ideen und sie befördern den kulturellen Austausch. Sie werden für die Karriere der Mitglieder in Anspruch genommen. Auf jeden Fall konstituieren sie sich gemäss präzisen sozialgeschichtlichen Faktoren, die sich in soziologischen, literatur- oder mentalitätsgeschichtlichen Begriffen analysieren lassen.

Dieser Workshop setzt sich zum Ziel, in Auseinandersetzung mit Archivbeständen anhand der Korrespondenzen von Flaubert, Proust, Hesse, Robert Walser, Borgeaud, aber auch des Suhrkamp-Archivs zentrale Aspekte von Korrespondenznetzwerken auszuleuchten. Wie konstituieren sie sich und wie positionieren sich Autorinnen und Autoren darin? Welche Profiltypen konstiutieren diese Netzwerke? (Verleger, Zeitschriftenherausgeber, Grossautoren...)? Wie kommen darin "Öffentlichkeit" und Intimität zum Ausdruck? Wie kann man gegenüber einem bilateralen Briefwechsel ein multilaterales Netzwerk präsentieren und edieren? Welche Möglichkeiten bieten die digitalen Werkzeuge für die Präsentation von Netzwerken? Welche Auswertung (quantitativ und qualitativ) erlauben diese digitalen Daten und Metadaten?

Tagungsprogramm (PDF, 67 kB, 26.04.2018)Workshop «Netzwerke: Korrespondenzen», 17. Mai 2018

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Letzte Änderung 17.05.2018

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