Ist Ortsbildschutz Geschmacksache? Spaziergang im Kirchenfeldquartier

An den Europäischen Tagen des Denkmals vom 13. und 14. September 2025 blickt das Eidgenössische Archiv für Denkmalpflege zurück auf das Denkmaljahr 1975. Damals wurden Grundlagen für eine klarere Haltung im Umgang mit dem baulichen Erbe geschaffen. Aus Anlass des 50-Jahr-Jubiläums spazieren wir zu ausgewählten Gebäuden im Kirchenfeld-Quartier und diskutieren über Sinn und Zweck des Ortsbildschutzes.

«Abbruchobjekte im Denkmaljahr 1975» und andere Dokumente aus dem Archiv Alfred A. Schmid (Foto: NB, Simon Schmid)
Potpourri - Dokumente aus dem Archiv Alfred A. Schmid (Foto: NB, Simon Schmid)

«Haus für Haus stirbt dein Zuhause» lautet der reisserische Titel eines kritischen Rückblicks auf das Europäische Denkmaljahr 1975. Dazu werden Bilder von «denkwürdigen Abbrüchen im Denkmaljahr» gezeigt. Einen aufsehenerregenden Abbruch hätte es beinahe auch im Berner Kirchenfeldquartier gegeben. 1977 entstand die Idee, teure Restaurierungsarbeiten am Bundesarchiv durch Abbruch und Neubau zu umgehen.

Das Denkmaljahr 1975 als Meilenstein

Die vom Europarat lancierte Kampagne «Europäisches Jahr für Denkmalpflege und Heimatschutz 1975» war eine Reaktion auf die zunehmende Bedrohung von Kulturgütern durch Modernisierungswellen im Zuge der Hochkonjunktur der 1960er Jahre sowie dem damit verbundenen städtebaulichen und landschaftlichen Wandel. Das Denkmaljahr trug in der Schweiz wesentlich dazu bei, dass die Öffentlichkeit für die vielschichtigen Werte von historischen Gebäuden und Ortsbildern sensibilisiert wurde. 

«Mastermind» Alfred A. Schmid

Im Organisationskomitee des Europarats war der Schweizer Alfred A. Schmid (1920-2004) verantwortlich für die fachliche Konzeption des Denkmaljahrs. Schmid, Kunstgeschichts-Professor und langjähriger Präsident der Eidgenössischen Kommission für Denkmalpflege, prägte danach während fast zwei Jahrzehnten die Denkmalpolitik des Europarates. Sein Archiv misst zahlreiche Laufmeter und wird in der NB im Eidgenössischen Archiv für Denkmalpflege aufbewahrt. Anhand von ausgewählten Dokumenten aus dem Archiv Schmid machen wir uns auf eine Spurensuche im Quartier.

Besuch

Architekturspaziergang am 13. und 14. September 2025, Dauer: ca. 1 Stunde 

Start: Samstag und Sonntag je um 10:30 Uhr und um 13:30 Uhr

Treffpunkt vor dem Kiosk am Helvetiaplatz, 3005 Bern 

Obligatorische Anmeldung per E-Mail an:

Kontakt

Schweizerische Nationalbibliothek
Graphische Sammlung
Hallwylstrasse 15
3003 Bern
Telefon +41 58 462 89 71
E-Mail

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