Mein Schweizer Schatz: «Studie II : für Oboe solo»

Oboe
Ausschnitt aus dem Werk «Studie II für Oboe solo» von Heinz Holliger.
© 1982 Ars Viva Verlag. Mit freundlicher Genehmigung SCHOTT MUSIC, Mainz

Die Musik ist ein stetiger Begleiter von mir. Seit meiner Kindheit mache ich selbst Musik, was mir viel mehr Spass macht als nur Musik zu hören. Angefangen in der 3. Klasse mit der Blockflöte, habe ich mich über die Altflöte und Panflöte «durchgespielt» bis ich für mich das richtige Instrument gefunden habe – die Oboe.

Die Oboe hat ihre Anfänge im 17. Jahrhundert und wurde von den Komponisten des Barocks, der Klassik bis hin zur Moderne in den verschiedensten Werken verwendet. Einen besonderen Reiz stellen für mich Werke von Mozart, Bach oder Vivaldi dar. Gerade in der Zeit der barocken sowie klassischen Musik wird die Oboe intensiv verwendet. An der klassischen Musik habe ich immer besonders grosse Freude, umso mehr, wenn ich die grossen Oboen Werke aus dieser Zeit selber spielen kann.

Verwendung findet die Oboe jedoch nicht nur in der klassischen Musik. Auch heute noch gibt es Komponisten, die die Oboe ins Zentrum ihres Schaffens stellen. Einer davon ist der Schweizer Oboist und Komponist Heinz Holliger. Seine professionelle Laufbahn begann er in den 1960er Jahren. Als Oboist wurde er weltweit bekannt. Daneben ist Holliger auch als Komponist tätig. Er schrieb die verschiedensten Werke, unteranderem die «Studie II : für Oboe solo». Komponiert hat er das Stück für den «Concours international d'exécution musicale» in Genf 1982. Weil er ein Schweizer Komponist ist, sind die Kompositionen von Heinz Holliger natürlich im Bestand der Nationalbibliothek zu finden.

Das Stück hat einen sehr speziellen Charakter und kann als «eher gewöhnungsbedürftig» angeschaut werden. In den ca. 6 Minuten und 30 Sekunden die das Stück dauert, holt Holliger alles aus der Oboe heraus. Es gibt wohl keinen Ton der auf der Oboe spielbar ist und in diesem Stück von Heinz Holliger nicht verwendet wird. Takt- und Tonarten wie sie in der barocken und klassischen Musik eigentlich fast immer verwendet werden, fehlen in diesem Stück komplett. Tonsprünge über mehrere Oktaven sind keine Seltenheit. Zudem wird eine Spielanleitung genutzt, um auf die sehr speziellen Griffkombinationen hinzuweisen. Es werden Mehrklänge und Vierteltöne verwenden, die sonst beim Spielen der Oboe kaum zur Anwendung kommen.

Für mich ist es sehr interessant zu sehen und zu hören, was mit einer Oboe alles spielbar ist. Auch wenn es für meinen persönlichen Geschmack etwas zu viel des Guten ist. Ich bin immer wieder begeistert, wie Musik interpretiert werden kann und was dabei herauskommt. Gerade in der modernen Musik kommt dies schön zum Vorschein. Die Komponisten haben die Möglichkeit völlig frei und ohne Regeln oder Vorgaben zu komponieren.

Romano Stähli
Mitarbeiter Innovation und Informationsmanagement

Specialist staff
Last modification 15.11.2018

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