L'agitation dans les rues de Genève perturbe le Congrès

— (Eing.) In Genf war am Sonntag bekanntlich
die Wahl eine« Staatsrathsmitgliedes für Hrn. Bundes-
rath Challet Venel. Der Kandidat der Independanten,
d.h. der Konservativen, siegte mit 335—350 St. (so
variiren nämlich die offiziellen Depeschen). Als gestern
die Independenten das Wahlresultatt in üblicher Weise
durch die Straßen trugen, wurde von den Radikalen
auf sie geschossen und damit war, wie es scheint, das
Zeichen zum Aufstand gegeben. Es wurden Barrika-
den gemacht bei Brücken und Straßenausgängen. Die
Radikalen bemächtigten sich des Zeughauses, der Waf-
fen und Kanonen, während die Konservativen das Rath-
haus belagerten, d. b. den dort versammelten Staats-
rath und damit auch den eben versammelten Genfer
Sanitätskongreß, welcher das Protokoll unterzeichnete.
Natürlich geschah diesen Herren Nichts. Es drangen
nur etwa 1800 Mann in das Haus, die den Staatsrath
zu sprechen wünschten und ihn dann bis Abends
im Arrest hielten, bis er gegen Ehrenwort versprach,
für die Herstellung des von den Radikalen gestörten
Friedens zu sorgen. Unterdessen wurde vom Bundes-
rath Intervention verlangt. Hr. Dr, Lehmann, Mit-
glied des Sanitätskongresses, telegraphirte über 12
stattgehabte Verwundungen. Der Bundesrath hielt am
Abend eine Sitzung und ordnete die HH. Bundesrath
Fornerod, Oberst Barmann und Sekretär Feiß nach
Genf ab, die sich wohlgemuth am Bankett in Freiburg
befanden. Sie verreisten Nachts mit einem Extrazug.
Zugleich wurde ein Bataillon Waadtländer aufgeboten,
welches gestern Nachmittag um 2 Uhr einmarschirte,
während übrigens schon am Morgen nach offiziellen
Depeschen die Ruhe wieder hergestellt war.
Die Genfer haben sich vor der fremden Konferenz
blamirt und das Septemberfest gründlich zerstört.

Le rapport du délégué de la Suisse, Monsieur Lehmann, est cité par le St-Galler Zeitung du 28 août 1864 :

Unterdessen gelang es doch, die Rekrutenschule, die ausser der Stadt lagerte, hereinzuberufen und mit ihr das Rathhaus zu besetzen. Als Vizepräsident Vautier Massregeln treffen wollte, um seine Proklamation zu verbreiten, wurde ihm von Bajonnetten der Weg versperrt. St. Gervais liess wissen, dass es die Waffen niederlegen werde, wenn die Gegner dasselbe thun und wenn der Staatsrath freigelassen werde. Auf diese Basis geschah dann die Entwaffnung.
Diess sind getreue Auszüge aus dem Berichte des Staatsrathes. In Uebereinstimmung schreibt uns ein Korrespondent aus Bern:
"Ich sah heute Herrn Nationalrath Dr. Lehmann (bekanntlich eidgenössischer Abgeordneter beim sanitarischen Kongress in Genf), und aus seinem Berichte entnehme ich, dass die Konservativen eigentlich die Revolution begonnen haben. Sie haben das Rathhaus besetzt und den Staatsrath gefangen gehalten, bevor die Radikalen dich zusammen thaten.Dr. Lehmann sagte mir, die Konservativen seien in den Sitzungssaal der Kongress-Mitglieder eingedrungen und hätten die Letzteren, sie für den Staatsrath haltend, zum Fenster hinaus werfen wollen. Einer habe schwören müssen, sie seien nicht Staatsräthe.""Nation" bringt eine ganze Reihe von Erklärungen und Unterschriften, welche die Erzählungen des "Genferjournals" als unrichtig bezeichnen. Aus einer Erklärung Fazys in der "Nation" vom 24. August ersieht man, dass derselbe an diesem Tage sich noch in Genf befand; die Nachricht von seiner Abreise war also unrichtig.
Der Totaleindruck, den man bisher aus den verschiedenen Berichten erhält, lässt sich wohl dahin wieder geben.
Es ist nicht klar, dass das Büreau Recht hatte, als es den Wahlakt kassierte. – An den darauf folgenden Unruhen und traurigen Vorgängen haben die Independenten, resp. Konservativen, wenigstens ebenso viel Schuld als die Radikalen.

Les événements de Genève sont décrits dans le journal vaudois L'Estafette :

Les événements de Genève sont rapportés dans plusieurs éditions de la « Gazzetta Ticinese »

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