Blick aus dem Urnerloch-Tunnel Richtung Andermatt, am Fusse des Gotthard

Aus: Ansichten der neuen St. Gotthards-Strasse von Fluelen bis Lugano nach der Natur gezeichnet und geäzt von M. Kälin und J. Suter, nebst einer Beschreibung von Herrn Lusser M.D. aus Altdorf (Blatt 8), 1833, Meyer, Johann Jakob (1787-1858) [Maler/Zeichner], Kälin, Joseph Meinrad (1792-1834) [Stecher], Heinrich Füssli & Co. (Zürich), Aquatinta koloriert, 14.2 x 18.9 cm (Bildmasse), 22.8 x 28.6 cm (Blattmasse), GS-GRAF-ANSI-UR-26
J.J. Meyer, J.M. Kälin, « Vue depuis la Gallerie d'Urnerloch, vers Andermatt, au pied du St. Gotthard », 1833.
175 Jahre vor dem ersten, 15 Kilometer langen Eisenbahntunnel zwischen Göschenen und Airolo und mehr als 300 Jahre vor der Eröffnung des 57 Kilometer langen Basistunnels entsteht im Gotthardgebiet der erste Tunnel. Mit seinen 64 Metern Länge ist er zu seiner Zeit das längste Bauwerk der Schweiz. Der zwischen 1707 und 1708 unter der Leitung des aus dem Maggiatal stammenden Ingenieurs Pietro Morettini mit Schwarzpulver ausgesprengte Tunnel ermöglicht die Umgehung eines gefährlichen Wegstücks. Dem Reisenden, der die schroffe Landschaft der Schöllenenschlucht und die Teufelsbrücke hinter sich gelassen hat, bietet sich beim Heraustreten aus dem Tunnel der Blick auf die Wiesen und Weiden des Ursenentals und auf das Dorf Andermatt. Mit der Wahl dieser Perspektive feiert der Künstler den in diesem Bauwerk verkörperten Triumph der Ingenieurskunst und gleichzeitig das im Hintergrund sichtbare imposante Gotthardmassiv. Im Vordergrund sind zur Darstellung des Hauptzwecks der Route als Handelsweg zwei schwer beladene Maultiere zu sehen, die in Richtung Göschenen unterwegs sind.
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