Die zweite Autobahnröhre

« Chaque année, 5,3 millions de voitures et 930 000 camions traversent le tunnel du Gothard », photographe inconnu, Patrick Chuard, « Guerre des chiffres autour du second tunnel routier », in : 24 heures du 31 décembre 2013, p. 4, cote BN: Zf 1485/2013, © 24 heures
Beide Röhren des Gotthard-Strassentunnels sollen dereinst einspurig befahren werden. © 24 heures
In der Referendumsabstimmung vom 28. Februar 2016 befürwortete die Mehrheit den Bau eines zweiten Autobahntunnels durch den Gotthard. Der Abstimmungskampf war geprägt vom Versprechen, dass der Verkehr durch beide Röhren einspurig geführt werde. Dadurch erhöhe sich die Sicherheit, ohne dass die Kapazität des Tunnels erhöht werde. Der Alpenschutzartikel, der seit Annahme der Alpeninitiative 1994 in der Bundesverfassung steht, sei damit respektiert.

Aufgrund des stetig zunehmenden Verkehrs war allerdings die Frage nach einem zweiten Strassenröhre war schon viel früher aufgeworfen worden, beispielsweise von Peter Püntener1967 in der Schweizerischen Bauzeitung.

Zwar stauen sich die Fahrzeuge auf der Gotthardroute bloss an wenigen Tagen des Jahres, dennoch gehört der «Ferienstau» in der Schweizer Presse seit vielen Jahren zu den wiederkehrenden Motiven. Im Kanton Uri, dessen Stimmbevölkerung der Alpeninitative 1994 deutlich zugestimmt hatte, forderten Politiker gemäss dem Beobachter vom 15. Mai 1998 eine zweite Röhre.

Diese Forderung erhielt Auftrieb, als am 24. Oktober 2001 bei einem schweren Verkehrsunfall im Gotthard-Strassentunnel elf Personen ums Leben kamen. Der Tunnel blieb für mehrere Monate gesperrt.

Im Tessin waren die Befürworter besonders zahlreich, denn ein grosser Teil der Bevölkerung fürchtete den Unterbruch der Strassenverbindung nach Norden während der absehbaren Sanierung des ersten Tunnels. Es gab aber auch «diskordante Stimmen» wie jene des Ingenieurs Rodolphe Weibel (in La Regione Ticino vom 1. März 2013) der vorschlug, den alten Eisenbahntunnel in einen Autotunnel umzubauen.

Beim Volksentscheid obsiegten jedoch die von Verkehrsministerin Doris Leuthard vertretenen Argumente ─ entsprechend zufrieden zeigte sie sich gegenüber den Medien am Abstimmungssonntag. Das schlug sich auch in der Berichterstattung der Zeitungen am Tag danach nieder.

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