Indica-Sammlung Desai

Die Spezialsammlungen sind nur eingeschränkt und nach Vorweisen einer schriftlichen Begründung nutzbar.
Book cover: In Memory of D.B. Desai

Dhirajlal B. Desai (1908-1951) war in den Jahren 1948-1951 erster ausserordentlicher Gesandter und bevollmächtigter Minister Indiens in der Schweiz. Bereits sein Vater, ein enger Freund und Mitarbeiter Gandhis, war als einer der prominentesten Führer im indischen Kongress tätig gewesen.

Nach dem Studium der Rechtswissenschaften in Bombay und London praktizierte Desai als Rechtsanwalt am Obersten Gerichtshof in Bombay. Daneben wirkte er auch im Prozeß der Industrialisierung Indiens mit und beteiligte sich massgeblich am Aufbau des Allindischen Kongresses und wurde in der Folge zum Präsidenten des Kongresskomitees der Provinz Bombay gewählt.

Die dreijährige Amtszeit des kulturell aufgeschlossenen und kunstliebenden Diplomaten in Bern stand ganz im Zeichen der Vertiefung der indisch-schweizerischen Beziehungen.

Nach seinem frühen Tod gelangte seine Bibliothek als Geschenk der Witwe Madhuri Desai in die Bestände der Schweizerischen Nationalbibliothek. Von Frau Madhuri Desai war bereits 1949 im Berner Verlag Herbert Lang die von Hans Zbinden ins Deutsche übertragene Monographie "Begegnung mit Gandhi - Des Mahatma Leben und Lehre nach seinen Gesprächen und Schriften dargestellt" erschienen. Frau Desai trug in den folgenden Jahren durch weitere Schenkungen, darunter auch wertvolle Stoffgemälde und Miniaturmalereien der Kangra-Schule, zur Abrundung der Indica-Sammlung ihres Gatten bei, die 1958 in einer gelungenen Ausstellung in der Schweizerischen Nationalbibliothek der Öffentlichkeit vorgestellt werden konnte.

Heute umfasst die Bibliothek Desai ca. 1700 Einheiten (Bücher und Periodica) mit den Schwerpunkten Philosophie, Religionen, Geschichte, Kunst, Ethnologie und Soziologie; darunter befinden sich etliche Raritäten wie z.B.:
 
  • William Robertson, A Historical Disquisition concerning the knowledge which the Ancients had of India, London 1791
  • James Prinsep, Essays on Indian antiquities, historic, numismatic, palaeographic, London 1858.
  • Rupam Magazine 1921-1930, 8 vol.
  • E. Thurston/V. Asari, Illustrations of metal work in brass and copper mostly South Indian, Madras 1913
  • William Jones, The history of the life of Nader Shah, king of Persia, London 1773
  • Robert Gill/ James Fergusson, One hundred stereoscopic illustrations of architecture and natural history in western India, London 1864
  • Richard Gough, A comparative view of the ancient monuments of India, London 1785
Die Bibliothek Desai ist durch einen 1957 erschienen gedruckten Katalog erschlossen; eine Kopie des Zettelkatalogs zur Sammlung Desai kann auch im Institut für Religionswissenschaft der Universität Bern eingesehen werden.

Die Kunstgegenstände sind zur Zeit im Bernischen Historischen Museum als Depositum untergebracht. Dazu gehören Stoffgemälde aus dem 16. Jahrhundert  und eine dem Moghul Kaiser Jahangir zugeschriebene Leibbinde mit rarer Goldstickerei.
 

Weitere Informationen

Öffnungszeiten

Einsicht in die Bestände nach Vereinbarung; eine Voranmeldung ist unerlässlich.

Führungen

Einführungen in die Bestände der Graphischen Sammlungen für Schulen oder Gruppen nach Vereinbarung.

Letzte Änderung 25.04.2016

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Kontakt

Schweizerische Nationalbibliothek
Graphische Sammlung
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3003 Bern
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