Die Architektur der Schweizerischen Nationalbibliothek

Die Schweizerische Nationalbibliothek wurde zwischen 1927 und 1931 im Stil des «Neuen Bauens» erbaut und steht inzwischen unter Denkmalschutz. Klarheit und Lichtfülle – Merkmale der avantgardistischen Architektur der 1920er und 1930er Jahre – prägen das Gebäude.

Obwohl die Schweizerische Nationalbibliothek (NB) bereits 1895 gegründet wurde, bezog sie das jetzige Gebäude erst im Jahr 1931. Dem Bau war ein gesamtschweizerischer Wettbewerb mit der Auflage vorausgegangen, dass «das Äussere des Gebäudes seinem Zweck ein entsprechendes Gepräge tragen soll, wobei jeglicher Luxus zu vermeiden ist (Verwaltungsgebäude).» Den überzeugendsten Entwurf reichte die Architektengemeinschaft Alfred Oeschger (1900-1963), Emil Hostettler (1887-1972) und Josef Kaufmann (1882-1962) ein. So wurde die NB zwischen 1927 und 1931 im Stil des «Neuen Bauens» erbaut und war damals eines der modernsten Gebäude der Stadt Bern. Es ist mit seinen zwei Flügeln und dem achtstöckigen Bücherturm auf der Rückseite symmetrisch konzipiert. Das Bauwerk zeugt durch seine Klarheit, Sachlichkeit, Funktionalität und Lichtfülle von der avantgardistischen Architektur der 1920er und 1930er Jahre.
 
Zwischen 1994 und 2001 wurde die Bibliothek von der «Architektengemeinschaft Landesbibliothek (alb)», bestehend aus Andreas Furrer (*1942), Kurt Moritz Gossenreiter (1941-2007) und Christoph Stuber (*1953), grundlegend saniert und erweitert. Da das Gebäude in der Zwischenzeit unter Denkmalschutz stand, blieb es äusserlich weitgehend unverändert, wurde aber den Bedürfnissen einer modernen Bibliothek angepasst. Der markanteste Eingriff war die siebengeschossige, vollständig unterirdische Magazinanlage, die unter der östlichen Grünanlage errichtet wurde. Ein Teil des damit überflüssig gewordenen Bücherturms wurde neu für die Öffentlichkeit erschlossen und mit modernen Arbeitsplätzen für Bibliotheksbenutzerinnen und -benutzer ausgestattet. Zwischen 2005 und 2009 folgte der Bau des zweiten, viergeschossigen Magazins auf der Westseite der NB.
 
Die Schweizerische Nationalbibliothek ist ein viel beachtetes Bauwerk und ein qualitätsvolles Beispiel, das Ideen der Moderne und des «Neuen Bauens» verbindet.

 

Quelle: Monica Bilfinger, «Die Schweizerische Landesbibliothek in Bern», Schweizerische Kunstführer GSK, Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK und Bundesamt für Bauten und Logistik BBL (Hrsg.), Bern, 2001

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