Sammlung Gugelmann (Schweizer Kleinmeister)

1982 übergab Annemarie Gugelmann der Schweizerischen Nationalbibliothek (NB) - damals Landesbibliothek - ihre Sammlung an sogenannten Schweizer Kleinmeistern, welche sie zusammen mit ihrem Bruder Rudolf aufgebaut hatte. Es handelt sich um eines der wertvollsten Geschenke, das die NB je entgegennehmen konnte.
J. L. Aberli (Zeichner und Stecher), «Vûe de Vevey», nach 1780, Technik: kolorierte Umrissradierung, Signatur: GS-GUGE-ABERLI-C-29
J. L. Aberli (Zeichner und Stecher), «Vûe de Vevey», nach 1780, Technik: kolorierte Umrissradierung, Signatur: GS-GUGE-ABERLI-C-29

Mit dem Aufkommen der klassischen Bildungsreise, der sogenannten Grand Tour des europäischen Adels ab dem 17. Jahrhundert, und vor allem ab Mitte des 18. Jahrhunderts auch des gehobenen Bürgertums, haben die Schweizer Kleinmeister damit begonnen, helvetische Landschaften und charakteristische Genreszenen in Zeichnungen, Aquarellen sowie in Öl festzuhalten. Diese Werke verkauften sie anschliessend im Original oder als grafische Blätter reproduziert und koloriert einzeln oder zu Alben zusammengefasst an Schweiz-Durchreisende. Das Schaffen der Schweizer Kleinmeister von der Mitte des 18. bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts gibt reichhaltigen Einblick in Landschaft und Kultur der Schweiz von damals. Aus diesem Grund ist es bis heute von hoher Aktualität sowohl für die kunst- und kulturhistorische als auch für die naturwissenschaftliche Forschung. Durch die europaweite Zirkulation dieser Bildgattung wurde das Bild der typischen Schweiz geprägt, das bis heute Bestand hat.

Die ursprüngliche Sammlung Gugelmann umfasste rund 1600 grafische Einzelblätter, 130 Alben und Blattfolgen, über 130 Bücher mit Originalgrafik sowie einige Ölbilder in ausgewählter Qualität, welche die bestehenden, eigenen NB-Bestände exemplarisch ergänzten. Diese einzigartige Sammlung wird mit bedeutenden Neuerwerbungen kontinuierlich erweitert und bildet den eigentlichen Kern der schweizerischen Ikonografie. Die Sammlung Gugelmann ist in der Datenbank HelveticArchives erschlossen. Die digitalisierten Bilder sind alle gemeinfrei und wurden mit einer freien Lizenz versehen auf Wikimedia Commons, die freie Sammlung von Bildern der Wikipedia und opendata.admin.ch, das Pilotportal für offene Behördendaten zur freien Weiterverwendung hochgeladen.

Weitere Informationen

Öffnungszeiten

Einsicht in die Bestände nach Vereinbarung; eine Voranmeldung ist unerlässlich.

Führungen

Einführungen in die Bestände der Graphischen Sammlungen für Schulen oder Gruppen nach Vereinbarung.

Kontakt

Schweizerische Nationalbibliothek
Graphische Sammlung
Hallwylstrasse 15
3003 Bern
Schweiz
Telefon +41 58 462 89 71
E-Mail

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