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Amtssprachen und Landessprachen der Schweiz

Frage:

Wann wurde der Verfassungsartikel über die Amtssprachen der Schweiz eingeführt? Wurden Deutsch, Französisch und Italienisch schon vor 1938 als Amtssprachen eingeführt? Wenn ja, wann?

Antwort von SwissInfoDesk:

Französisch, Deutsch und Italienisch gelten seit der Helvetische Republik (1798-1803) de facto als gleichberechtigte Amtssprachen (in dieser Zeit Nationalsprachen genannt); ihre Gleichstellung wurde in der Verfassung von 1848 festgeschrieben (Art. 109 Bundesverfassung 1848, Art. 116 Bundesverfassung 1874; Art. 70 Bundesverfassung 1999). 1938 wurde in den Verfassungstext die Unterscheidung aufgenommen zwischen Nationalsprachen (später: Landessprachen) einerseits und Amtssprachen andererseits.
Verbreitung der vier Landessprachen in der Schweiz im Jahr 2000. Quelle: Wikimedia, Marco Zanoli.
Verbreitung der vier Landessprachen in der Schweiz im Jahr 2000. Quelle: Wikimedia, Marco Zanoli.
Art. 109. Die drei Hauptsprachen der Schweiz, die deutsche, französische und italienische, sind Nationalsprachen des Bundes.
Art. 107. Die Mitglieder des Bundesgerichts und die Ersatzmänner werden von der Bundesversammlung gewählt. Bei der Wahl derselben soll darauf Bedacht genommen werden, daß alle drei Nationalsprachen des Bundes vertreten seien.

Das Gesetz bestimmt die Organisation des Bundesgerichtes und seiner Abteilungen, die Zahl der Mitglieder und Ersatzmänner, deren Amtsdauer und Besoldung.

Art. 116. Die drei Hauptsprachen der Schweiz, die deutsche, französische und italienische, sind Nationalsprachen des Bundes.

Durch Volksabstimmung vom 28. Februar 1938 über die Revision der Art. 107 und 116 der Bundesverfassung vom 29. Mai 1874 wurde das Rätoromanische als Nationalsprache anerkannt. Gleichzeitig wurden neu (in Art. 116) das Deutsche, Französische und Italienische als die drei "Amtssprachen" erklärt und in Art. 107 das Wort "Nationalsprachen" durch "Amtssprachen" ersetzt. Somit musste das Rätoromanische am Bundesgericht weiterhin nicht vertreten sein:

Art. 107. Die Mitglieder des Bundesgerichts und die Ersatzmänner werden von der Bundesversammlung gewählt. Bei der Wahl derselben soll darauf Bedacht genommen werden, dass alle drei Amtssprachen des Bundes vertreten seien.

Das Gesetz bestimmt die Organisation des Bundesgerichtes und seiner Abteilungen, die Zahl der Mitglieder und Ersatzmänner, deren Amtsdauer und Besoldung.

Art. 116. Das Deutsche, Französische, Italienische und Rätoromanische sind die Nationalsprachen der Schweiz.

Als Amtssprachen des Bundes werden das Deutsche, Französische und Italienische erklärt."

Durch Volksabstimmung vom 10. März 1996 über die Revision des Sprachenartikels (Art. 116) der Bundesverfassung vom 29. Mai 1874 wurde der Begriff "Nationalsprache" im Deutschen durch "Landessprachen" ersetzt und das Rätoromanische im Verkehr mit Personen rätoromanischer Sprache zur Amtssprache des Bundes erklärt.

Art. 107. Alinea 1 Die Mitglieder des Bundesgerichtes und die Ersatzmänner werden von der Bundesversammlung gewählt. Bei der Wahl derselben soll darauf Bedacht genommen werden, dass alle drei Amtssprachen des Bundes vertreten seien.

Art. 116
Alinea 1 Deutsch, Französisch, Italienisch und Rätoromanisch sind die Landessprachen der Schweiz.
Alinea 4 Amtssprachen des Bundes sind Deutsch, Französisch und Italienisch. Im Verkehr mit Personen rätoromanischer Sprache ist auch das Rätoromanische Amtssprachedes Bundes. Das Gesetz regelt die Einzelheiten.

Diese Bestimmungen wurden in die aktuelle Verfassung vom 18. April 1999 übernommen.

Art. 4 Landessprachen
Die Landessprachen sind Deutsch, Französisch, Italienisch und Rätoromanisch.

Art. 70 Sprachen
Alinea 1 Die Amtssprachen des Bundes sind Deutsch, Französisch und Italienisch. Im Verkehr mit Personen rätoromanischer Sprache ist auch das Rätoromanische Amtssprache des Bundes.

Inkrafttreten am 29.4.1938, Amtliche Sammlung 54, Seiten 197-198
Artikel über die Landsprachen finden Sie im Historischen Lexikon der Schweiz (HLS).
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Zuletzt aktualisiert am: 27.08.2013

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