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Umzug

Umzug

Aktualisiert am 24. Sept. 2026

Einmonatige Schliessung aufgrund des Umzugs: Vom 30. Oktober um 18 Uhr bis einschliesslich 29. November 2026. Wiedereröffnung am 30. November um 9 Uhr an der neuen Adresse: Monbijoustrasse 74, 3003 Bern.

Veröffentlicht am 27. Oktober 2026

Auf der Suche nach versunkenen Stätten

Unter der ruhigen Oberfläche verschiedener Schweizer Seen ruhen im schummrigen Licht versunkene Dörfer mit Kirchen, Ställen sowie Wohn- und Badehäusern. Sie wurden nicht infolge einer Katastrophe überflutet, sondern gezielt unter Wasser gesetzt. Die betroffene Bevölkerung verlagerte ihre Siedlungen in höher gelegene Gebiete oder fand in anderen Orten eine neue Heimat. Drei dieser Orte erzählen von ihrer Geschichte.

Die Julierstrasse bei Marmorera mit dem Dorfkern im Hintergrund. Ein Ochsengespann steht am Strassenrand, der Wegmeister schaufelt Kies.

Das Wägital

Obwohl das Wägital bereits seit 1885 als Standort für einen Stausee diskutiert wurde, nahm das Projekt erst im Ersten Weltkrieg konkrete Formen an, als die Schweiz ihre starke Abhängigkeit von ausländischer Kohle deutlich zu spüren bekam. Der Schwyzer Kantonsrat beschloss einstimmig, die Konzession für das Werk zu erteilen und ein Konzept für eine Umsiedlung der ansässigen Bevölkerung zu erstellen. Die Umsetzung gelang nur bedingt. Rund 40% der Bewohner Innerthals von 1920 mussten ausserhalb des Tales ihre Zukunft suchen.

Dorfansicht von Innerthal, Kanton Schwyz, mit Pfarrkirche und überdeckter Holzbrücke, vor 1920.

Einige Bauernhäuser konnten abgebaut und in höherer Lage neu aufgerichtet werden. Viele zentrale Gebäude des Dorfes konnten nicht erhalten werden und gingen unter, als die beiden Staumauern Schräh und Rempen fertiggestellt waren und der Seespiegel anstieg.

Luftaufnahme des Wägitaler Sees mit der Staumauer Schräh. Neu-Innerthal liegt nun höher als vorher.

Marmorera

Wer vom Julierpass nach Savognin fährt, passiert den Marmorerasee. Unter seiner Oberfläche liegt ebenfalls ein versunkenes Dorf. Als die Zürcher Energiewerke zwischen 1945 und 1948 nach einem Standort für die Erweiterung der Julia-Werke suchten, fiel die Wahl auf dieses Bündner Tal. Nach langen schwierigen Verhandlungen, die teils unter Druck und unter fragwürdigen Bedingungen stattfanden, unterzeichneten die meisten Landbesitzer.

Marmorera, GR, Dorfbild mit Kirche St. Florinus. Aussenansicht von Süden, mit Nebengebäuden. 1909

Frauen, die Grundeigentum besassen, wurden aufgrund des damals fehlenden Stimm- und Wahlrechts nicht einbezogen. Die letzten beiden Grundeigentümer, die sich dem Projekt widersetzten, wurden schliesslich enteignet.1954 gingen die Kirche, 29 Häuser und 52 Ställe in den Fluten unter. Die Bewohnerinnen und Bewohner des Dorfes fanden ebenso wie die Verstorbenen auf höher gelegenem Gelände eine neue Heimat.

Bad Bonn

«Bad Bonn» weckt heute Erinnerungen an die jährlich stattfindende «Bad Bonn Kilbi» oder an die ehemalige westdeutsche Hauptstadt. Tatsächlich aber schlummert unter der Oberfläche des Schiffenen-Stausees im Kanton Freiburg ein namhaftes Heilbad, dessen Kräfte bereits in römischer Zeit genutzt wurden.

Ob der Name eher von «pons» (der Brücke über die Saane) oder von «aquae bonae» (des «guten Wassers» wegen) abgeleitet ist, lässt sich nicht mit mehr Sicherheit feststellen. Überliefert ist jedoch detailreich, gegen welche Krankheiten und Gebrechen das schwefelhaltige Wasser Abhilfe versprach. So berichtet Johannes Schuler um etwa 1760 von der erstaunlichen Heilung eines jungen Freiburgers, der infolge von Rheumatismus gelähmt in Bad Bonn eintraf. Bereits nach vier Tagen Kur konnte er wieder gehen, und am zehnten Tag galt er als geheilt.

Vignette zur Ankündigung der Wiedereröffnung des Kurortes Bad Bonn. Stich der Gesamtanlage mit Kapelle und Burg Vivi-le-Chateau hoch über dem Felsenhintergrund des Flusstales.

Die Bedeutung von Bad Bonn als Heilbad zeigt sich nicht nur in den zahlreichen Berichten über seine angebliche Heilkraft, sondern auch in den Bemühungen der Behörden, den Badebetrieb zu regeln. So verfasste der Freiburger Stadtarzt F. P. Dugo im 17. Jahrhundert eine ausführliche Anleitung zur Vorbereitung auf die Kur und zum Verhalten vor Ort. Die Wertschätzung für den Ort hielt lange an: 1823 wurde das Bad der Freiburger Regierung sogar als möglicher Standort für das geplante Kantonsspital angeboten. Erst später verlor die Anlage allmählich an Bedeutung.

Das stattliche Anwesen mit Sälen, Bädern, Gastronomie und eigener Kapelle diente 1960 noch bei den Dreharbeiten zu Franz Schnyders «Anne Bäbi Jowäger» als Filmkulisse. Drei Jahre später wurde es abgebrochen und geflutet.

Luftaufnahme des Schiffenensees aus Süd-Südwest, mit Burg Vivy-le-Petit hoch über dem versunkenen Bad Bonn. 1974.

Bildquellen und Literatur

Schweizerische Nationalbibliothek

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