Schreiben und Streichen. Zu einem Moment produktiver Negativität in literarischen Schreibprozessen und Textgenesen
Der Sammelband dokumentiert die gleichnamige Tagung von 2009 anhand theoretischer Beiträge und Fallstudien aus drei Jahrhunderten.
Bd 2: Schreiben und Streichen. Zu einem Moment produktiver Negativität in literarischen Schreibprozessen und Textgenesen. Hrsg. v. Lucas M. Gisi, Hubert Thüring, Irmgard M. Wirtz, Göttingen: Wallstein/Zürich Chronos, 2011.
Die Kultur benötigt, um produktiv zu sein, nicht nur Verfahren zur Hervorbringung und Orte zur Bewahrung, sondern auch Verfahren der Tilgung und der Erneuerung. Die Kulturwissenschaften haben die literarische Medialität von Erinnern und Vergessen bisher noch kaum von den materialen und prozessualen Bedingungen der elementaren Kulturpraktik des Schreibens her betrachtet.
Der praktisch-produktive Gegenpol zum Schreiben ist nicht das Nicht-Schreiben, sondern das Streichen. Denn das Nicht-Schreiben hinterlässt keine Spuren. Streichungen dagegen finden im Schreibprozess selbst statt: Sie markieren Momente zwischen Zurücknahme und Wiederaufnahme.
In den philologischen Kerndisziplinen der Textkritik und Editionswissenschaften gibt es - neben einer reichen Praxis - bislang nur wenige spezifische Klassifikationen und Kasuistiken und kaum theoretische Ansätze zur der Streichung. Auf diese Forschungsdesiderate antworten fünfzehn internationale Forscherinnen und Forscher in Referaten und Diskussionen, indem sie Formen und Funktionen, Techniken und Prozesse, Geschichte und Modelle in den Blick nehmen.
- Rezension auf literaturkritik.de
«Was vom Schreiben übrig blieb». Ein Tagungsband erhebt das «Schreiben und Streichen» zu einem «Moment produktiver Negativität» Von Anett Kollmann, literaturkritik.de, Nr. 5, Mai 2012, Literaturwissenschaft
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