Meydenbauer-Kameras und Messbild-Fotografien
Die einzigen noch bekannten Kameras von Albrecht Meydenbauer (1834−1921) befinden sich in der Graphischen Sammlung der Schweizerischen Nationalbibliothek. Dazu kommt ein fotohistorisch bedeutsamer Bestand von Messbild-Fotografien.
Ein Sturz vom Baugerüst bei Messarbeiten veranlasste Albrecht Meydenbauer − deutscher Bauingenieur, Architekt und Fotograf − ab den 1860er Jahren ein fotografisches Verfahren zu finden, welches das Messen von Hand ersetzen könnte. Auf der Basis von Trigonometrie und mit einer eigens hergestellten Kamera entwickelte er ein Messbildverfahren für Gebäude- und Geländeaufnahmen. Das heute als Photogrammetrie bekannte Verfahren ist für die Dokumentationsfotografie von zentraler Bedeutung und ein wichtiges Mittel zur systematischen Erfassung von Baudenkmälern.
Meydenbauer in der Nationalbibliothek
1898 konnte die Vorläuferin der Eidgenössischen Kommission für Denkmalpflege durch Vermittlung des Architekten Rudolf Fechter (1840−1902), zwei photogrammetrische Kameras von Albrecht Meydenbauer erwerben.
Sowohl die Kameras, die heute weltweit einzigartig sind, als auch einige von Meydenbauer und Fechter mit diesen Kameras aufgenommene Original-Fotografien sowie dazu gehörende Textdokumente gelangten 1977 ins Eidgenössische Archiv für Denkmalpflege. Die Dokumente stehen den Benutzerinnen und Benutzern für Nachforschungen zur Verfügung.
Inhalt und Umfang
- 245 Vintage-Prints (Kontaktkopien ab Glasnegativ im Format 30 x 30 cm) u.a. vom Steingletscher, von der Predigerkirche Basel, der Kathedrale Chur, der Stiftskirche St. Ursanne und einigen anderen Baudenkmälern.
- Notizbücher mit Berechnungen, Mess- und Aufnahmeprotokollen, technischen Erläuterungen etc.
- 2 originale, hervorragend erhaltene Messbild-Kameras samt Zubehör.
Recherche und Zugang
- Die Originaldokumente können Sie vor Ort einsehen. Bitte vereinbaren Sie einen Termin.
Schweizerische Nationalbibliothek
Hallwylstrasse 15
Schweiz - 3003 Bern


