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Literarische Soirée: Ludwig Hohl «Die seltsame Wendung»

Eine Sensation! Neunzig Jahre nach ihrer Entstehung wird am 12. April 2024 im Lesesaal der Nationalbibliothek eine bislang unbekannte Novelle von Ludwig Hohl in hochkarätiger Besetzung uraufgeführt: «Die seltsame Wendung», gelesen von Robert Hunger-Bühler, vertont von Julian Sartorius.

Aus dem Nachlass von Ludwig Hohl, der im Schweizerischen Literaturarchiv (SLA) aufbewahrt wird, ist die Novelle «Die seltsame Wendung» erschienen, die von der Presse bereits als grosse Entdeckung gefeiert wird: von einem «sensationellen Fund» ist die Rede, von der «Radikalität» des Textes sowie «dem Charme des Unfertigen». Tatsächlich lag der Text im Nachlass lediglich in einer «undefinitiven» und verstümmelten Rohfassung von 1932 vor, die Hohl zeitlebens mehrfach zur Hand genommen, aber niemals abgeschlossen hat.

Die seltsame Wendung zeigt den Autor Hohl von einer gänzlich neuen Seite: Vordergründig die Erzählung eines Trinkerschicksals im Pariser Montparnasse-Viertel, das dem Autor aus eigener Erfahrung vertraut war, erweist sich die ungeheure Modernität des Textes in seiner sich selbstzersetzenden Struktur. Die Erzählung kreist in einer Abwärtsspirale um ihr leeres Zentrum. Die Sprachgewalt wird zum eigentlichen Ereignis. Es handelt sich um ein Wort gewordenes Delirium, dessen ungeschliffene Wucht in dieser hochkarätigen Lesung zu Gehör gebracht wird.

Zwei Koryphäen ihres Fachs nähern sich dem Text in Wort und Ton: Musikalisch begleitet vom Klangvirtuosen Julian Sartorius an der Perkussion liest der renommierte Schauspieler Robert Hunger-Bühler aus «Die seltsame Wendung». Eine Premiere!

Die Soirée bildet den Abschluss der Tagung Ludwig Hohls «Berichte» des SLA-Kooperationspartners Ludwig Hohl Stiftung.

Schweizerische Nationalbibliothek

Schweizerisches Literaturarchiv
Hallwylstrasse 15
Schweiz - 3003 Bern