A wie Anfangen – Eine kleine Archäologie der Kreativität. Ulrich Weber
In vielfältigen autobiographischen Schilderungen umkreist Dürrenmatt das Phänomen des kreativen Einfalls und des Augenblicks der Entstehung seines Werks. Im Rahmen der Ringvorlesung aus Anlass von Dürrenmatts 100. Geburtstag fragt Ulrich Weber, was sich daraus für ein Selbstbild und Selbstverständnis des Autors und Künstlers ergibt.
Das A und O, Alpha und Omega: Der Anfang und das Anfangen war ebenso sehr ein Leitthema Dürrenmatts wie das apokalyptische Ende nach der schlimmstmöglichen Wende. Gerade das Spätwerk mit den Stoffen im Zentrum dreht sich in vieler Hinsicht um die Frage nach den Anfängen – biographisch wie werkgenetisch, und fokussiert das Werk in statu nascendi. In vielfältigen autobiographischen Schilderungen umkreist Dürrenmatt das Phänomen des kreativen Einfalls und des Augenblicks der Entstehung seines Werks. Was ergibt sich daraus für ein Selbstbild und Selbstverständnis des Autors und Künstlers? Auch das Archiv wirft die Frage nach den Anfängen und Ursprüngen auf. Was ergibt sich für ein Bild, wenn man in den Tiefen der werkgenetischen Manuskripte Dürrenmatts schürft? Der Vortrag stellt Dürrenmatts literarische Selbstdarstellungen in ein Spannungsverhältnis zu den Beobachtungen, die der Forscher anhand der Werkmanuskripte und Bildentwürfe bei der Analyse der realen Entstehungsprozesse machen kann.
Zur Person: Ulrich Weber, Dr. phil., ist wissenschaftlicher Mitarbeiter im Schweizerischen Literaturarchiv. Im Herbst 2020 erscheint seine neue Biographie von Friedrich Dürrenmatt (Diogenes) sowie von ihm mitherausgegeben die 5-bändige textgenetische Auswahledition des Stoffe-Projekts (Diogenes) und ein Dürrenmatt-Handbuch (Metzler).
Dürrenmatt von A bis Z. Ringvorlesung im Schweizerischen Literaturarchiv
Schweizerische Nationalbibliothek
Schweiz. Literaturarchiv
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