Schweizerische Nationalbibliothek NB

Diese Ausgabe ist für Browser ohne zureichende CSS-Unterstützung gedacht und richtet sich vor allem an Sehbehinderte. Alle Inhalte sind auch mit älteren Browsern voll nutzbar. Für eine grafisch ansprechendere Ansicht verwenden Sie aber bitte einen moder

Beginn Sprachwahl



Beginn Inhaltsbereich

Beginn Navigator

Ende Navigator

Drucken zu Facebook    


Innovation dank Kooperation

Ein aussergewöhnlicher Zuwachs bei den Sammlungen, Innovationen bei den Dienstleistungen und eine zunehmende Vernetzung mit anderen Institutionen kennzeichneten das Jahr 2010 für die Schweizerische Nationalbibliothek.

Alle paar Jahre erhebt die Schweizerische Nationalbibliothek (NB) die Zufriedenheit ihrer Nutzenden in einer repräsentativen Umfrage, so auch im Jahr 2010. Das Ergebnis ist mehr als erfreulich. Auf einer Skala von 1 bis 10 erhielt die NB die sehr gute Durchschnittsnote 8,5. Diese Wertschätzung sehen wir als Verpflichtung, den hohen Standard bei den Sammlungen und den Dienstleistungen zu halten. Im Jahr 2010 konnten wir einen ausserordentlichen Sammlungszuwachs verbuchen und eine Reihe neuer Dienstleistungen einführen, sowohl im analogen wie auch im digitalen Bereich.

Bibliothek Starobinski im SLA

Die Sammlungen auf Papier wachsen unverändert weiter. Obwohl die elektronische Publikationstätigkeit zugenommen hat, zeichnet sich kein Rückgang der gedruckten Titel ab. Aus den Neuzugängen sticht einer besonders hervor: die Bibliothek des Genfer Kulturwissenschaftlers Jean Starobinski, mit gegen 40'000 Bänden eine der wichtigsten und umfangreichsten Gelehrtenbibliotheken der Schweiz. Wir verdanken sie der Fondation Hans Wilsdorf, die sie erworben und dem Schweizerischen Literaturarchiv (SLA) geschenkt hat.

Erneuerung der Publikumsräume

Im Jahr 2007 wurde das Grossprojekt «ServicePlus» gestartet mit dem Ziel, die Dienstleistungen für die Benutzenden weiter zu verbessern. Nachdem bereits seit 2009 ein Newsletter und ein SMS-Informationsdienst angeboten werden, konnten Ende 2010 die neu gestalteten Publikumsräume eröffnet werden. Häufig benutzte Angebote wie Arbeitskabinen wurden ausgebaut, die Freihandbestände wurden nach thematischen Schwerpunkten gegliedert, die Orientierungshilfen im Gebäude wurden stark verbessert.

Persönlichkeiten an den Veranstaltungen

Das kulturelle Angebot, das unsere Sammlungen über den Kreis der Bibliotheksbenutzenden hinaus zugänglich macht, war wie immer stark nachgefragt. Die Veranstaltungen waren regelmässig auch von Autorinnen und Autoren, Professorinnen und Professoren, seltener von Künstlerinnen und Künstlern besucht. Zweimal durfte die NB Bundesrat Didier Burkhalter als Redner empfangen. Der eine Anlass, an dem der Vorsteher des Eidgenössischen Departements des Innern auftrat, war die Feier zum 10jährigen Bestehen des Centre Dürrenmatt Neuchâtel (CDN), der andere die Übergabe der erwähnten Bibliothek Jean Starobinski.
Eine Reihe von Persönlichkeiten, die ihre Archive der NB überlassen haben, feierte 2010 ihren 80. Geburtstag: die Schriftstellerin und bildende Künstlerin Erica Pedretti, der Autor Jörg Steiner, die Künstlerfreunde Karl Gerstner und Daniel Spoerri. Die NB würdigte das Werk der Jubilare mit Veranstaltungen, die Gefeierten beehrten uns durch ihre persönliche Anwesenheit. Der 4. Sommerakademie zum Thema «Autofiktion» im CDN setzten Serge Doubrovsky und Urs Widmer mit ihren Worten Glanzlichter.
Von Medien und Publikum am meisten beachtet wurden ihrer Natur gemäss die Ausstellungen: Schweizer Reize - Die Schweiz in Reiseführern in der NB, jene zu Günter Grass' Bestiarium im Centre Dürrenmatt Neuchâtel.

Verdoppelung der elektronischen Sammlung

Ein Blick auf die digitale Welt zeigt als erstes einen enormen Sammlungszuwachs bei den im Original elektronischen Publikationen. Der Bestand hat sich gegenüber 2009 in etwa verdoppelt. In absoluten Zahlen ist er aber mit rund 10'000 Publikationen immer noch klein. Dies hängt zum einen damit zusammen, dass diese Sammlung noch sehr jung ist. Zum anderen sind wir aus rechtlichen und aus Kostengründen gezwungen, im elektronischen Bereich selektiv zu sammeln.
Bei der Digitalisierung analoger Dokumente setzen wir einen Schwerpunkt in der Schulgeschichte, einem aktuellen Gegenstand der historischen Forschung. Sechs Zeitschriften, die relevante Quellen zu diesem Thema sind, gingen über die Plattform SEALS online. Weiter wurden rund dreitausend Plakate  und eine Auswahl historischer Bücher digitalisiert. Anlass für letzteres war eine virtuelle Ausstellung von The European Library, der Online-Bibliothek der europäischen Nationalbibliotheken: Reading Europe. Die NB ist darin mit 76 Büchern vertreten.

Vernetzung von analoger und digitaler Welt

Der Hauptteil der elektronischen Sammlung - die im Original elektronischen Dokumente und die digitalisierten Bücher - wird ab dem Frühjahr 2011 zugänglich, wenn die Plattform e-Helvetica online geht. Im Berichtsjahr konnte der grösste Teil der technischen und rechtlichen Fragen, die damit verbunden sind, gelöst werden. Ein grosser Teil der Sammlung wird via Internet konsultierbar sein. Wegen urheberrechtlicher Einschränkungen ist dies aber nicht für alle Dokumente möglich.
Dass der Zugriff auf original elektronische und auf nachträglich digitalisierte Publikationen über den gleichen Kanal erfolgt, zeigt, dass die analoge und digitale Sphäre eng miteinander verflochten sind. Bei den Online-Katalogen, die noch lange mehrheitlich analoge Sammlungen nachweisen werden, haben die Schweizer Bibliotheken im Jahr 2010 den grössten Fortschritt seit der Einrichtung der Informationsverbünde gemacht. Im Frühjahr ging der Metakatalog swissbib online, der die gleichzeitige Suche über die Hauptkataloge der Hochschulbibliotheken und der NB ermöglicht. Swissbib ist auch insofern zukunftsweisend, als die Benutzenden ihre eigenen Schlagwörter und Rezensionen darin veröffentlichen können.

Vernetzung mit Partnern

Im elektronischen Bibliothekskatalog der NB, Helveticat, sind nun alle rund 10'000 lebenden Periodikatitel abrufbar. Seit Frühjahr 2010 bietet er ausserdem eine zusätzliche Dienstleistung. Auf Knopfdruck können von urheberrechtsfreien Büchern digitale Reproduktionen bestellt werden. eBooks on Demand heisst dieser Service, den die NB dank der Zusammenarbeit in einem Netzwerk europäischer Bibliotheken offerieren kann.
Die erwähnten Neuerungen sind Beispiele dafür, dass Innovation oft Kooperation voraussetzt. Dies gilt auch für den Archivbereich der NB. Auf Initiative des SLA wurde unter dem Namen Koop-Litera Schweiz eine Plattform der schweizerischen Literaturarchive gegründet, die ihrerseits international vernetzt ist. Die Graphische Sammlung schliesslich konnte dank der Zusammenarbeit mit der Zürcher Hochschule der Künste wichtige Erkenntnisse für ihr zukünftiges Sammelkonzept gewinnen.
Um die Zukunft der Bibliothekslandschaft in der Schweiz kümmert sich die Bibliothekskommission, die dieses Jahr die Charta der Schweizer Bibliotheken  veröffentlichte. Sie analysiert die Rolle der Bibliotheken in der Informationsgesellschaft und formuliert Postulate für ihre Zukunft. Das Papier wurde in der Fachwelt breit zur Diskussion gestellt und in den politischen Prozess eingebracht.

 

Marie-Christine Doffey
Direktorin


Zuletzt aktualisiert am: 29.04.2011

Ende Inhaltsbereich



Schweizerische Nationalbibliothek NB
Kontakt | Rechtliches
http://www.nb.admin.ch/org/01549/03761/03764/index.html?lang=de